„Leihmutterschaft“ – Schwangerschaftsfremdaustragung

In England und Wales ist eine Schwangerschaftsfremdaustragung (oft fälschlich als „Leihmutterschaft“ bezeichnet) an sich nicht illegal. Weder die auftraggebenden Eltern noch dieSchwangerschaftsausträgerin („Leihmutter“) machen sich strafbar. Allerdings ist es illegal, eine Schwangerschaftsfremdaustragung kommerziell zu arrangieren. Das bedeutet, dass Mitgliedsvereine und nicht kommerzielle Agenturen für Schwangerschaftsfremdaustragung nicht illegal sind, selbst wenn sie eine Gebühr erheben. Allerdings könnte sich eine kommerzielle Agentur unter dem „Surrogacy Arrangements Act 1985“ strafbar machen. Es ist auch illegal, für Schwangerschaftsfremdaustragung zu werben.

Schwangerschaftsfremdaustragungsverträge sind nicht bindend. Dies bedeutet, dass, sollten die auftraggebenden Eltern zum Beispiel eine Zahlung an die Schwangerschaftsausträgerin verweigern oder die Schwangerschaftsausträgerin sich weigern, das Baby zurückzugeben, dies nicht gerichtlich eingeklagt werden kann. Wenn in dem letzteren Fall ein Gericht darüber zu entscheiden hätte, bei wem das Kind leben sollte, würde es dies nach dem Kindeswohl entscheiden und, je nach dem, wer die rechtlichen Eltern sind, kann es sein, dass die auftraggebenden Eltern eine Sondergenehmigung brauchen, um einen Antrag bei Gericht zu stellen.

Die auftraggebenden Eltern sind nicht automatisch die rechtlichen Eltern des Kindes, und es kann je nach den Umständen möglich sein, dass sie das nie werden. Die rechtliche Elternschaft nach „Leihmutterschaft“ folgt denselben Regeln wie nach jeder künstlichen Befruchtung. In den meisten Fällen müssen die auftraggebenden Eltern einen Antrag auf eine Elternverfügung stellen.

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Terminologie

„Leihmutter“: Die Schwangerschaftsausträgerin ist weder soziale, noch meist genetische Mutter des Kindes, noch wird sie Ausgeliehen. Im Englischen Surrogate ist die Frau, die das Kind austrägt und es gebärt.  In vielen Ländern, wo Schwangerschaftsfremdaustragung häufiger ist (z.B. Kalifornien, Kanada, Ukraine) scheint die Tragemutter nicht die rechtliche Mutter des Kindes zu sein. Nach englischem Recht ist die Schwangerschaftsausträgerin immer die rechtliche Mutter des Kindes.

Auftraggebende Eltern: Die auftraggebenden Eltern, oder Wunscheltern, sind die Mutter und der Vater des Kindes (oder die zwei Mütter oder zwei Väter), die beabsichtigen, das durch Schwangerschaftsfremdaustragung geborene Kind zu erziehen. Manchmal wurde das genetische Material einer oder beider benutzt. Nach englischem Recht kann es je nach den Umständen sein, dass der genetische Vater auch der rechtliche Vater des Kindes ist.

Schwangerschaftsfremdaustragungsvertrag: Der Schwangerschaftsfremdaustragungsvertrag ist der Vertrag, in dem geregelt wird, dass die Schwangerschaftsausträgerin das Kind austragen und dann den Eltern übergeben wird. Oft enthält er auch Bestimmungen zur Zahlung von Auslagen an die Schwangerschaftsausträgerin usw. Im englischen Recht ist ein solcher Vertrag nicht einklagbar.

Traditionelle Schwangerschaftsfremdaustragung: Bevor die Fortpflanzungsmedizin technisch ausgefeilter wurde, war die einzige praktische Methode die Schwangerschaftsausträgerin mit dem Sperma des auftraggebenden Vaters zu befruchten. Bei dieser Methode ist die Schwangerschaftsausträgerin auch die genetische Mutter des Kindes.

Volle oder austragende Schwangerschaftsfremdaustragung: Es ist jetzt möglich und in vielen Ländern die Norm für die Schwangerschaftsausträgerin, die Eizellen einer Eizellenspenderin in vitro mit dem Spermatozoon des auftraggebenden Vaters (oder eines der auftraggebenden Väter bei schwulen Paaren, oder auch eines Samenspenders) zu befruchten und ein oder mehrere Embryos der Schwangerschaftsausträgerin einzupflanzen. Dies hat mehrere Vorteile, nämlich:

  • Die Möglichkeit eine Schwangerschaftsausträgerin zu nehmen, die etwas älter ist und schon selber alle Kinder hat, die sie haben möchte. Die Eizellenspenderin kann eine jüngere Frau sein, deren genetisches Material „frischer“ ist, was die Chancen einer erfolgreichen Schwangerschaft steigen lässt und das Risiko von so etwas wie zum Beispiel Down-Syndrom verringert. Dies heißt auch, dass die Schwangerschaftsausträgerin unkomplizierte Schwangerschaften aufweisen kann und die Wahrscheinlichkeit, dass sie das Kind selbst behalten will, geringer ist.
  • Es ist weniger wahrscheinlich, dass sich die Schwangerschaftsausträgerin emotional an das Kind bindet, weil sie keine genetische Verbindung mit dem Kind hat. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich weigert, das Kind zurückzugeben.
  • Wenn die auftraggebende Mutter in der Lage ist, Eizellen zu spenden, kann das Kind genetisch ihr eigenes sein.
  • Wenn die auftraggebenden Eltern ein Kind haben möchten, dass genetisch einen ähnlichen Hintergrund zu ihnen selbst hat, können sie dennoch eine Schwangerschaftsausträgerin danach auswählen, ob sie zum Beispiel verlässlich ist, egal was deren Hintergrund ist.

Die meisten Agenturen arbeiten nur auf der Basis von austragende Schwangerschaftsfremdaustragung.

Internationale Schwangerschaftsfremdaustragung: Wenn die Schwangerschaftsausträgerin und die auftraggebenden Eltern in verschiedenen Ländern leben (oder verschiedene Staatsbürgerschaft oder ein verschiedenes „domicile“ haben), wirft dies komplexe Fragen des internationalen Privatrechts auf. Diese sind deshalb besonders komplex, weil es keine internnationalen Staatsverträge zwischen Ländern über die Schwangerschaftsfremdaustragung gibt, wie es sie zum Beispiel für Scheidung, Kindesentführung und Adoption gibt. Sie finden mehr auf der Seite zur internationalen „Leihmutterschaft“.

Wenn Sie erwägen, ein Kind durch Schwangerschaftsfremdaustragung zu bekommen, wird das Buch “Our Journey: One Couple’s Guide to US Surrogacy” von Richard Westoby Ihnen sehr hilfreiche Anregungen geben.

Für Rechtsberatung zu Ihren persönlichen Umständen, nehmen Sie bitte mit Andrea Woelke bei Alternative Family Law Kontakt auf. Rufen Sie uns unter 020 7407 4007 (+44 20 7407 4007 aus dem Ausland) an, oder schicken Sie uns eine (bitte geben Sie Ihren vollen Namen, sowie den der anderen Person in Ihrem Fall und Ihre Telefonnummer, auf der wir Sie zurückrufen können, an).

Bitte beachten Sie, dass wir keinen Vertrag haben, Mandate auf der Basis der Prozesskostenhilfe (Legal Aid) anzunehmen. Wenn Sie meinen, Ihre finanziellen Umstände könnten Sie zu Legal Aid berechtigen, schauen Sie bitte auf dieser staatlichen Webseite nach und nehmen Sie mit einem Anwalt, der einen Legal Aid Vertrag hat, Kontakt auf.

6. April 2018 von Andrea Woelke