Schwule & Lesben

Schwule und Lesben tauchten früher im englischen Familienrecht überhaupt nicht auf. Es war schlimm genug, dass jemand schwul war, an eine Anerkennung einer gleichgeschlechtlichen Beziehung oder gar daran, dass Schwule und Lesben Kinder haben, war gar nicht zu denken. Abschnitt 28 des Kommunengesetzes von 1988 verbot den Kommunen „das Lehren in öffentlichen Schulen der Akzeptanz von Homosexualität als eine angebliche Familienbeziehung“ zu fördern. Zum Glück haben sich die Zeiten geändert und 2006 vertrat die Mehrheit der Bevölkerung die Meinung, dass gleichgeschlechtliche Beziehungen „selten oder niemals falsch“ seien.

Dieser Meinungswandel fand gleichzeitig mit der gesetzlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Beziehungen durch das Zivillebenspartnerschaftsgesetz 2004 (Civil Partnership Act 2004) statt. Andrea Woelke kämpfte für dieses Gesetz und setzte sich durch seinen Vorsitzt von LAGLA für Verbesserungen des Gesetzentwurfes ein. Seit der Schaffung der zivilen Lebenspartnerschaft erklärt fast jeder Familienanwalt Kompetenz, über die rechtlichen Probleme, die daraus entstehen, beraten zu können. Dennoch ist die zivile Lebenspartnerschaft in einigen Punkten anders als die Ehe. Andrea Woelke ist der Autor des juristischen Buches zur zivilen Lebenspartnerschaft („Civil Partnership“, Law Society Publishing, 2006) und einer der besten Anwälte, die zu Problemen der zivilen Lebenspartnerschaft und gleichgeschlechtlichen Ehe beraten können.

Gleichzeitig darf man die persönlichen und sozialen Aspekte gleichgeschlechtlicher Beziehungen nicht außer Acht lassen, was heißt, dass solche Beziehungen sich von der traditionellen heterosexuellen Ehe stark unterscheiden können, etwas, was der Mehrheit der Familienanwälte wahrscheinlich nicht im Einzelnen klar ist.

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Hier bei Alternative Family Law sind wir uns bewusst, dass Lesben und Schwule Anforderungen haben die sich manchmal von denen von heterosexuellen Paaren stark unterscheiden, aber sich auch in vielen Punkten wiederum sehr ähnlich sind. Während wir in einer Gesellschaft leben, in der die vorherrschende Mehrheit heterosexuell ist und wir jederzeit verschiedengeschlechtlichen Beziehungen ausgesetzt sind, hat nicht jeder die Erfahrung und Expertise, zu den Problemen gleichgeschlechtlicher Beziehungen zu beraten. Andrea Woelke ist Experte auf dem Gebiet der zivilen Lebenspartnerschaft und ehemaliger Vorsitzender der Lesbischen und Schwulen Juristen Gesellschaft (LAGLA).

Manche gleichgeschlechtlichen Beziehungen sind dem traditionellen Ehemodel sehr ähnlich, andere nicht. Es ist wichtig die möglichen Unterschiede zu erkennen, um über etwaige technische Fallgruben beraten zu können und um Wege zu finden, wie man das Familienrecht für die Bedürfnisse von Schwulen und Lesben nutzen kann.

Zwei männliche Partner mit mehr als 20 Jahren Alternsunterschied haben sich nach einer langjährigen monogamen Beziehung entschlossen, ihre Beziehung auf eine andere Basis zu setzen. Der eine verbringt viel Zeit im Ausland, wohingegen die Karriere des anderen gerade einen Aufschwung gesehen hat, den er ausnutzen möchte. Daher werden sich die beiden viele Monate im Jahr nicht sehen und haben sich entschlossen jetzt eine offene Beziehung zu haben. Während dies in einer Anzahl von heterosexuellen Ehen vielleicht eine stillschweigende Abmachung ist, gibt es diese Art von Beziehung bei schwulen Paaren wahrscheinlich öfter, wo sie dann oft offen abgesprochen wurde und auch gut zu funktioniert scheint. Wir bei Alternative Family Law erwägen dann, wie dies in das traditionelle familienrechtliche Model passt, wenn die beiden zum Beispiel einen Lebenspartnerschaftsvertrag eingehen oder wenn sie ihre zivile Lebenspartnerschaft auflösen oder sich scheiden lassen wollen.

Manche gleichgeschlechtlichen Paare haben Kinder, einige planen eine Familie, ein Trend, der unseren Beobachtungen nach ansteigt. Mehr und mehr schwule und lesbische Paare erkunden die Möglichkeiten, wie sie Kinder haben können. Diese reichen von der Adoption und Leihmutterschaft zu gemeinsamer Elternschaft, künstlicher Befruchtung in einer Klinik und Selbstbefruchtung durch informelle Samenspende.

Sarah und Suzie sind in einer Langzeitbeziehung und möchten gern Kinder haben. Sie haben dies mit Sarahs bestem Freund aus der Studienzeit, Jamie und dessen Freund Tom besprochen und planen jetzt, dass Suzie Kinder haben wird mit Hilfe einer Selbstbefruchtung mit Jamie’s Samenspende. Alle möchten auch, dass die Männer, die nicht weit entfernt wohnen, aktiv in der Erziehung der Kinder beteiligt sind. Obwohl die Kinder bei Sarah und Suzie leben werden, sollen sie bei Jamie und Tom aufwachsen, falls den Müttern etwas passieren sollte. Nach dem bis zum 6. April 2009 gültigen Gesetz, wären Suzie und Jamie die Eltern des Kindes und weder Sarah noch Tom hätten irgendwelche elterlichen Rechte. Beide könnten die elterliche Verantwortung bekommen, entweder durch eine Kinderregelungsverfügung (früher Wohnrechtsverfügung) oder, wenn sie in einer zivile Lebenspartnerschaft sind, durch einen formellen Vertrag zur elterlichen Verantwortung oder durch gerichtliche Verfügung, aber sie könnten nicht die vollen rechtlichen Eltern des Kindes sein. Wenn Sarah das Kind adoptieren würde, brächte das Jamies Vaterschaft vollständig zum Erlöschen. Nach dem neuen Recht, sind beide Frauen die Eltern des Kindes, wenn sie zivile Lebenspartner sind und einige andere Kriterien erfüllt sind, und die beiden Männer haben gar keine Rechte oder Pflichten. So stehen die vier vor dem Dilemma, denn, obwohl sie planen, dass die Kinder vier Eltern haben sollen, das Recht ihnen nur zwei erlaubt.

Eine Art das Familienrecht für Lesben und Schwule zu nutzen ist es, den Gerichtsweg zu vermeiden, bei dem die meisten Richter ohne Zweifel Probleme haben, die spezifischen Umstände des Falles zu begreifen. Die zwei hauptsächlichen Wege, dies zu erreichen, sind die Probleme, die aus dem Ende einer Beziehung entstehen durch „Collaborative Law“ oder Mediation zu lösen. Andrea Woelke ist ein Gründungsmitglied der Q’Pod Gruppe von schwulen und lesbischen Anwälten im „Collaborative Law“. Andrea Woelke arbeitet auch als Mediator.

Andere Lesben und Schwule kommen zu uns, wenn sie letztlich zu einem Punkt gekommen sind, wo sie ihre Sexualität bewusst leben wollen, manchmal nach einer Ehe, die sie dann geschieden haben möchten.

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10. Mai 2016 von Andrea Woelke