Mediation

Mediation ist eine der Alternativen zu einem Gerichtsverfahren, um Lösungen für Familienstreitigkeiten zu finden und/oder um bei Trennung oder Scheidung Vereinbarungen über Kinder, Finanzen und andere persönliche Angelegenheiten zu treffen.

Mediation gibt es in England schon seit den 80er Jahren und hat sich inzwischen etabliert. Die Mediation basiert auf zwei Grundsäulen:

  1. Die Verhandlungen laufen auf einer Prinzipien-fundierten Basis ab.
  2. Ein unabhängiger Mediator trifft sich mit den Parteien und unterstützt den Prozess.

Auf dieser Seite finden Sie gratis Informationen zu folgenden Punkten:

Die Grundsätze der Mediation

Mediation ist keine Beziehungsberatung oder Therapie. Der Mediator kann zwar eine therapeutische Ausbildung haben, das Ziel der Mediation ist es aber, Lösungen für die Zukunft zu finden und nicht eine Therapie oder herauszufinden, warum die Beziehung gescheitert ist.

Mediation kann dann helfen, wenn die Beziehung gerade zum Ende gekommen ist, aber auch Jahre später, z.B. wenn Vereinbarungen, die die Eltern über die Kinder getroffen haben, mit zunehmendem Alter der Kinder nicht mehr angemessen sind. Oft hilft sie den Eltern, wieder über das Kindeswohl und die Vereinbarungen für die Kinder zu sprechen, etwas, was auch noch Jahre nach einer Trennung wichtig ist, selbst wenn die Kinder schon erwachsen sind.

Der Mediator

Kommunikationsprobleme sind der Haupt- oder zumindest ein wichtiger Faktor, der zur Zerrüttung einer Beziehung führt. Gerade aber dann, wenn die Parteien erkannt haben, dass ihre Beziehung aufgrund der eigenen Kommunikationsprobleme gescheitert ist, sind sie gezwungen miteinander zu sprechen, um ihre Beziehung zu entflechten. Dabei kann ein unabhängiger Dritter helfen.

Der Mediator ist völlig unabhängig und kann ein Familienanwalt mit besonderer Zusatzausbildung sein oder jemand mit Hauptausbildung als Therapeut oder Sozialarbeiter. Solche Mediatoren können geeignet sein in Fällen, in denen es um Kindersachen und nicht um Finanzen geht. Bei finanziellen Angelegenheiten sind Familienanwälte wahrscheinlich am besten als Mediatoren geeignet, weil sie Erfahrung mit finanziellen Einigungen nach dem Ende einer Beziehung haben und deshalb den Parteien leicht bei einer Realitätsprüfung ihrer Vorschläge helfen können.

Der Mediationsprozess

Der Mediator wird erst mit beiden von Ihnen getrennt sprechen, entweder persönlich oder am Telefon, um festzustellen, ob sich eine Mediation für Sie eignet. Die Mediation findet dann in Treffen zwischen Ihnen beiden und dem Mediator statt, die wöchentlich oder für alle zwei Wochen festgesetzt werden können, je nachdem, welche Aufgaben Sie sich für die Zwischenzeit gestellt haben. So kann es beispielsweise durchaus etwas mehr Zeit erfordern, Auskunft über Ihre Finanzen zusammenzustellen.

Der Mediator kann weder die eine noch die andere Partei beraten, noch kann ein Mediator eine Entscheidung für Sie treffen. Vielmehr unterstützt der Mediator den Mediationsprozess, während Sie zu einem Vorschlag für eine Gesamtlösung kommen: Sie bestimmen das Ergebnis, der Mediator leitet Sie durch die Mediation.

Wenn Sie zu einem Lösungsvorschlag gekommen sind, erstellt der Mediator eine Zusammenfassung dessen auf, worauf Sie sich geeinigt haben, und schickt jeden von Ihnen ein Exemplar. Zu diesem Zeitpunkt ist die Einigung noch nicht bindend und Sie können sich dann noch von Ihrem Anwalt über das Ergebnis der Mediation beraten lassen, bevor Sie sich endgültig an die Einigung binden. In dem Fall werden Ihre beiden Anwälte das Mediationsergebnis in eine formell rechtlich bindende Einigung umwandeln. Bei einer Scheidung oder einer Auflösung einer Zivilpartnerschaft handelt es sich dabei um eine Vergleichsverfügung, die dem Gericht abschließend zur Zustimmung vorgelegt wird. Deshalb braucht mindestens einer von Ihnen (am besten aber beide) doch noch einen Anwalt, damit Sie das Mediationsergebnis in eine rechtskräftige Einigung umwandeln können. Dies sollte jedoch relativ einfach sein und die Kosten sollten ein Bruchteil davon betragen, was Sie als Anwaltskosten für ein Gerichtsverfahren zahlen müssten. Wenn Sie sich dahingegen nicht an die Einigung binden wollen, kann keiner von Ihnen das, was in der Mediation besprochen oder vom Mediator zusammengefasst wurde, später in einem Gerichtsverfahren verwenden. Ausgenommen davon ist die finanzielle Offenlegung.

Der Gedanke, Ihren früheren Partner persönlich zu treffen, kann abschreckend erscheinen, besonders dann, wenn frühere Versuche, miteinander zu sprechen, regelmäßig zu Streitereien geführt haben. Gerade dann kann es aber helfen, sich im Mediationsprozess zu treffen, weil ein unabhängiger, besonders geschulter Mediator anwesend ist, der das Gespräch leitet und sicherstellt, dass Sie über das sprechen, was wirklich von Bedeutung ist. Das heißt nicht, dass Sie gezwungen werden, in dem Rahmen zu denken, der vom Mediator vorgegeben wird. Ganz im Gegenteil: Der Mediator wird versuchen, die Mediation Ihren besonderen Umständen anzupassen. Außerdem sind Personen, die im persönlichen Gespräch leicht ihre Beherrschung verlieren, oft viel zivilisierter im Umgang, sobald jemand Unabhängiges anwesend ist.

Sie können sich für Mediation über alle Angelegenheiten oder nur über bestimmte Angelegenheiten entscheiden, z.B. Mediation über den Umgang mit Kindern als Teil von Verhandlungen oder von „Collaborative Law“.

Mediation funktioniert oft am besten, wenn beide früheren Partner besonders, wenn es um Finanzfragen geht, durch Anwälte beraten und geleitet werden und/oder auch wenn sie durch Familienberater oder Therapeuten unterstützt werden. Der Mediator ist unabhängig und darf nicht in der Kanzlei des Anwalts einer der Parteien arbeiten.

Mediation funktioniert aber nicht für alle Paare, wenn es z.B. eine Vorgeschichte von Machtkämpfen oder Gewaltanwendung gibt. Im Allgemeinen gesagt, müssen sich beide Partner sehr dem Prozess verpflichtet fühlen und emotional dazu in der Lage sein. Der Mediator sollte der richtige für das Paar sein und sorgfältig ausgesucht werden.

Es kann sinnvoll sein, dass Sie sich im Voraus einigen, „Collaborative Law“ zu versuchen, falls einer von Ihnen zu dem Schluss kommt, dass Mediation nicht geeignet ist. Auf diese Weise werden Sie schon die Unterstützung von Anwälten haben, die auch im Collaborative Law geschult sind.

Kosten

Der Mediator wird sich mit Ihnen in so vielen Meetings wie nötig treffen und normalerweise ca. den gängigen Stundensatz in Rechnung stellen. Dieser kann für Mediatoren mit therapeutischem Hintergrund etwas geringer sein, vielleicht zwischen £75 und £200 pro Stunde (plus MWSt) betragen, während Anwaltsmediatoren je nach Berufserfahrung und Gegend zwischen £200 und £600 pro Stunde (plus MWSt) verlangen dürften, mit Londoner Honoraren am oberen Ende. Bei typischerweise 3 bis 5 Treffen liegen die Kosten weit unter denen eines Gerichtsprozesses. Da Sie sich einen Mediator teilen, anstatt jeweils Ihre eigenen Anwälte bezahlen zu müssen, können die Gesamtkosten für Sie beide zusammen £3.000 oder weniger betragen.

Ihre Anwälte müssen dann wahrscheinlich die Einigung, die Sie in der Mediation getroffen haben, in eine rechtskräftige Einigung umwandeln. Die Kosten dafür werden von Fall zu Fall verschieden sein und auch davon abhängen, wie viele Fragen Sie über die Einigung noch haben. Ihre Anwälte sollten Ihnen einen Eindruck der Kosten geben können, wenn sie sich das Protokoll des Mediators angeschaut haben.

So finden Sie einen Mediator

Wenn es um finanzielle Fragen geht, sollten Sie unbedingt einen Mediator wählen, der auch Familienanwalt ist und sich auf Finanzen spezialisiert. Der einfachste Weg so einen Mediator zu finden ist über die Webseite von Resolution. Wenn Sie einen Mediator auswählen, schauen Sie sich das Online-Profil an, rufen sie den Mediator an oder treffen Sie sich zu einem Erstgespräch oder MIAM. Denken Sie nicht nur daran, dass der Mediator für Sie gut geeignet ist, sondern wählen Sie jemanden, dem Ihr früherer Partner vertrauen kann und mit dem er sich wohl fühlt. Wenn Sie zwei oder drei Mediatoren vorschlagen, hat ihr ehemaliger Partner die Wahl, mit welchem Sie dann arbeiten.

Für Rechtsberatung zu Ihren persönlichen Umständen, nehmen Sie bitte mit Andrea Woelke bei Alternative Family Law Kontakt auf. Rufen Sie uns unter 020 7407 4007 (+44 20 7407 4007 aus dem Ausland) an, oder schicken Sie uns eine (bitte geben Sie Ihren vollen Namen, sowie den der anderen Person in Ihrem Fall und Ihre Telefonnummer, auf der wir Sie zurückrufen können, an).

Bitte beachten Sie, dass wir keinen Vertrag haben, Mandate auf der Basis der Prozesskostenhilfe (Legal Aid) anzunehmen. Wenn Sie meinen, Ihre finanziellen Umstände könnten Sie zu Legal Aid berechtigen, schauen Sie bitte auf dieser staatlichen Webseite nach und nehmen Sie mit einem Anwalt, der einen Legal Aid Vertrag hat, Kontakt auf.

26. May 2016 von Andrea Woelke