Mediationsinformations- und Einschätzungstreffen – MIAMs

Wenn Sie in England und Wales ein Gerichtsverfahren zu folgenden Sachen einleiten möchten, müssen sie dem Gericht gegenüber beweisen, dass Sie zu einem Mediationsinformations- und Einschätzungstreffen (MIAM) gegangen sind:

  1. Sorgerechtsfragen, aber nicht bei Kinderschutzmaßnamen oder
  2. finanzielle Fragen bei Scheidung oder Auflösung einer zivilen Lebenspartnerschaft oder finanzielle Versorgung für Kinder.

Ausnahmen finden Sie auf dem Antragsformular. Wenn Sie ein Gerichtsverfahren einleiten, muss dann das Antragsformular oder ein separates Formular FM1 von einem MIAM-Mediator gegengezeichnet sein, um dem Gericht gegenüber zu zeigen, dass Sie zu einem MIAM Treffen gewesen sind.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu folgenden Punkten:

Was passiert bei einem Mediationsinformations- und Einschätzungstreffen – MIAM?

Wenn Sie sich schon mit der anderen Person, meist Ihr/e ehemaliger Partner/in, über Mediation unterhalten haben und Sie beide meinen, dass einen Mediation für Sie geeignet sein könnte,

sagen Sie uns das bitte. Es könnte dann angebracht sein, dass Sie zu einem gemeinsamen Treffen kommen oder gleich mit der Mediation anfangen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Mediation für Sie geeignet ist, können Sie immer noch zu einem Treffen kommen, um mehr über Mediation zu erfahren. Nur wenn Sie sich sicher sind, dass Mediation in Ihrem Fall ungeeignet ist und keine der anderen Ausnahmen zutrifft, sollte das erste Treffen ein formelles MIAM sein. Nicht jeder Mediator kann formelle MIAM-Treffen machen und wir können dies im Moment nicht anbieten.

Egal ob das Treffen ein formelles MIAM-Treffen ist oder nicht, wird der Mediator Ihre Situation beurteilen und sich dann mit Ihnen über die Möglichkeiten der Konfliktlösung zwischen Ihnen und der anderen Person unterhalten, einschließlich:

  1. der Mediation: hier treffen Sie sich beide mit einem Mediator, um die Probleme zu diskutieren und zu lösen,
  2. Collaborative Law“: hier treffen sich Sie beide zusammen mit Ihren jeweiligen Anwälten, um die Dinge zu lösen,
  3. Verhandlungen zwischen Anwälten, und
  4. Gerichtsverfahren.

Sie haben dann die Möglichkeit, sich über die Vor- und Nachteile dieser Möglichkeiten zu unterhalten. Es kann durchaus möglich sein, dass sich eine Methode besonders dazu eignet, Dinge, die mit Ihren Kindern zu tun haben, zu lösen, und eine andere eher zu einer Lösung der finanziellen Fragen führen könnte.

Wie viel kostet es?

Dies hängt von jedem einzelnen Mediator ab. Bei uns zahlen Sie eine Flatrate von £150 plus MWSt (£180).

Wir haben allerdings keinen Vertrag Mediation auf der Basis von Beratungshilfe („Legal Aid“) anzubieten. Wenn Sie oder Ihr/e frühere/r Partner/in die Kriterien zur Beratungshilfe für Mediation erfüllen, brauchen Sie möglicherweise das MIAM-Treffen, die Mediation und Rechtsberatung neben der Mediation durch Ihren eignen Anwalt nicht selbst zu bezahlen. Wenn das der Fall ist, müssen Sie sich an einen Mediator bzw. Anwalt wenden, der einen Vertrag dafür hat, es sei denn Sie möchten dennoch lieber selbst bezahlen. Sie können mit Hilfe dieses Onlinerechners herausfinden, ob Ihnen Bratungshilfe zusteht. Klicken Sie dabei das  Kästchen für die Mediation. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihnen Beratungshilfe zusteht, wenden Sie sich bitte an einen Mediator, der hierfür einen Vertrag hat, und sich in den Finessen der Beratungshilfe auskennt. Hier finden Sie Mediatoren in Ihrer Gegend, die einen Vertrag für Beratungshilfe haben.

Was passiert dann?

  • Wenn Sie beide meinen, dass eine Mediation für Sie geeignet sein könnte, dann buchen sie eine erste Mediation für Sie.
  • Wenn Sie am Ende eines MIAM-Treffen meinen, dass eine Mediation für Sie nicht geeignet ist, oder der Mediator feststellt, dass sich Ihr Fall nicht für eine Mediation eignet, zeichnet er Ihnen das Antragsformular gegen oder stellt Ihnen Formular FM1 aus, womit Sie dem Gericht zeigen können, dass Sie zu einem MIAM-Treffen gekommen sind.
  • Wenn die andere Person sich nicht bei dem Mediator meldet, sich weigert zu einem MIAM-Treffen zu kommen oder meint, dass eine Mediation für sie nicht geeignet ist, zeichnet der Mediator Ihr Antragsformular auch gegen.
  • Wenn Sie eine Mediation anfangen, aber dies nicht alle Dinge löst, brauchen Sie nicht noch einmal zu einem MIAM, weil dies in eine der Ausnahmen fällt, nämlich dass die einen anderen außergerichtlichen Weg der Konfliktlösung versucht haben.
  • In Fällen, in denen Sie ein Mediator kontaktiert hat, weil die andere Person in Ihrem Fall zu ihm zu einem MIAM-Treffen gekommen ist, aber Sie selbst nicht kommen, kann die andere Person ihr Formular gegengezeichnet bekommen, Sie aber nicht, es sei denn Sie kommen selbst zu einem MIAM-Treffen.
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2. Juni 2016 von Andrea Woelke