In gewisser Hinsicht wird dies als kontraintuitiv empfunden und die meisten Menschen verhandeln eher wie bei einem Kuhhandel oder in einem Bazar. Während ich darauf bestehen kann, dass der Teppich 20 statt 100 Dinare kosten sollte und ihn deshalb am Ende für 30 Dinare kaufen kann, ist es mir auch möglich einfach den Teppichstand zu verlassen, wenn der Teppichhändler mit dem Preis nicht so weit heruntergeht. Ich habe dann keinen Teppich, aber ich habe auch keine großen Verlust.
In Familiensituationen sind die Dinge fast nie so einfach. Deshalb führt es nicht viel weiter, einfach darüber zu diskutieren, ob der Reinerlös nach dem Verkauf der Wohnung 50-50 oder 60-40 geteilt werden soll, es sei denn eine Seite gibt einfach erschöpft nach, und auch nur dann. Diese Partei (aber meist beide) wird dann mit dem Ergebnis unzufrieden sein und beide Parteien werden wahrscheinlich von den Verhandlungen erschöpft sein. Gleichzeitig werden andere Punkte übersehen. Anwälte übersehen leicht Dinge, die Ihnen wichtig sind, z.B.:
In der Mediation und im „Collaborative Law“ ist es möglich Lösungen zu finden, die das Gericht und das Recht nicht liefern kann. Alle Familien sind anders, sie haben verschiedene Bedürfnisse und Prioritäten. Seit zum Beispiel das wichtigste Gesetz zum Scheidungsrecht 1973 verabschiedet wurde, hat sich Gesellschaft und Familie verändert. Obwohl das Recht flexibel ist, sind eine ganze Reihe von Lösungsmöglichkeiten nicht vorhanden, an die die Parlamentarier 1973 einfach nicht gedacht haben. Die einzige Möglichkeit aus dieser Enge herauszukommen besteht darin, dass Sie eine Lösung selbst finden, wobei Mediation und Collaborative Law die besten Wege dazu sind.
Ein weitere wichtiger Bestandteil von Verhandeln auf der Basis von Prinzipien ist es in der Diskussion die Sachfrage statt der Persönlichkeit des anderen anzugehen. Wenn Sie einen Teppich kaufen wollen, könnten Sie den Teppichhändler einen „Dieb“ nennen, weil er 100 Dinar verlangt. Der ist dann wahrscheinlich so zutiefst verletzt, dass er Ihnen den Teppich gar nicht mehr verkaufen wird. Er wird Sie wegschicken und Sie kaufen dann woanders einen Teppich oder auch gar keinen. Wenn Sie eine Familiensituation entflechten, können Sie die Person, mit der Sie verhandeln, aber nicht auswechseln. Deshalb hilft es überhaupt nicht weiter, den Anderen als unehrlich oder als einen schlechten Verhandlungspartner zu bezeichnen, weil Sie ihren früheren Partner oder Ihre frühere Partnerin in den Verhandlungen nicht gegen jemand anders austauschen können. Sie trennen sich von dieser Person und müssen mit dieser Person verhandeln.
Außer Respekt gegenüber Anderen zu zeigen und die Verhandlungen auf rational–fundierten statt „Ich hab recht“ Argumenten zu führen, ist im familienrechtlichen Zusammenhang ein weiterer wichtiger Punkt, herauszufinden, ob der Kuchen, der hier aufgeteilt werden muss nicht tatsächlich vergrößert werden kann: Man kann £100.000 nur einmal aufteilen, aber wenn man die Möglichkeit bereitet, die Summe eher zu zahlen, die Wohnung, aus der die £100.000 kommen später zu verkaufen, oder sich einigt, wer das Haustier bekommt, dann wird der Kuchen plötzlich größer als die bloßen £100.000 und beide können sich mehr teilen, als sie vorher hätten können.
Oft sind Dinge, die dem Einen lebenswichtig erscheinen, für den Anderen kaum von Bedeutung.
Eine etwas triviale Metapher ist die von dem Elternteil, dessen Kinder sich um eine Orange zanken, und das dann die Orange in zwei Hälften schneidet und jedem Kind einen gibt. Hätte der Elternteil eine Pause gemacht und jedes Kind gefragt, warum es denn die Orange haben wolle, und ihnen zugehört, dann hätte es herausgefunden, dass das eine Kind den Saft der Orange auspressen und trinken und das andere die Schale für einen Kuchenteig wollte. Durch das Teilen der Orange in zwei Hälften, hat jedes Kind genau nur die Hälfte von dem bekommen, was es haben wollte, wobei sie beide vollständig das hätten haben können, was sie wollten, wenn das Elternteil, oder sie selbst, die verborgenen Interessen erforscht hätten.
In der Mediation hilft Ihnen der Mediator, auf der Basis von Prinzipien zu verhandeln, Möglichkeiten zu erforschen statt Ansprüche zu stellen, den Interessen des Anderen zuzuhören bevor man zu einer Einigung kommt.
Im Collaborative Law helfen Ihnen Ihre beiden spezial geschulten Anwälte, auf dieser Weise zu verhandeln.
Andrea Woelke ist Mediator und „Collaborative Lawyer“. Für Rechtsberatung durch Andrea Woelke zu Ihren persönlichen Umständen, nehmen Sie mit Alternative Family Law Kontakt auf. Rufen Sie uns an, oder schicken Sie uns eine E-Mail.
Stand: April 2009
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Dies ist nur ein Überblick über das Recht, die Praxis und das Verfahren in England und Wales und keine spezifische Rechtsberatung - alle Familien und Paare sind verschieden. Das Recht kann sich auch kurzzeitig geändert haben, und wir übernehmen deshalb keine Verantwortung für die Richtigkeit der Angaben. Wo etwas durch Beispiele erklärt wird, können Ihre Umstände ein wenig anders sein, aber dieser Unterschied kann für die rechtliche Betrachtung wichtige Auswirkungen haben. Für eine individuelle Beratung setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.
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